Skydemon Coolness

Wir fliegen Platzrunden, und ich muss für 20 Minuten auf „4.000 ft or above“ ins Holding West. Unter uns ein bis zwei Flieger im gleichen Holding, dazu wird noch einer über Whiskey aufgehängt. Rolf sagt später: Hochzeitstorte. Wir kreiseln auf der Top-Etage. Seltener Blick auf die Piste von so weit oben, selbst der Untersberg wirkt irgendwie klein.

Später schaue ich mir das Gekreisel auf Skydemon an und lade die Daten zum ersten Mal in Google Earth hoch. My Goodness, das ist ja der Knaller. Rollercoaster!

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Wir fliegen zum Einkaufen

Eine kleine Einkaufstour am Samstag zum Pilotstore Watschinger in Vöslau. Man könnte ja alles auch online bestellen, aber lustiger ist doch hinfliegen, Sachen anfassen und Sachen kaufen, die man gar nicht braucht. Mein Pilot hat in der Weight & Balance tatsächlich für den Rückflug 10 Kilo mehr eingeplant. Ich lach mich tot.

Aber. Nach langem Grübeln im Pilotenraum und Telefonat mit dem „Wetterman“ entscheiden wir anders: Gusts 27kt in Wien, und ordentliche Gewitter am Nachmittag in Salzburg. Wenn ich jetzt noch zuhause im Bett läge (welches ich extra um 6:30 Uhr heute für diesen Flug verlassen habe), würde ich mich nochmal umdrehen.

So ganz wollen wir aber nicht aufgeben, also planen wir einfach nur den halben Weg und die Graspiste in Seitenstetten. Inzwischen hat es auf dem Vorfeld schon 32°C, wir rollen zur Piste. Offenbar haben wir bereits einen Hitzschlag, der Tower muss uns zweimal rufen und um einen Zwischenhalt auf dem Taxiway bitten.

Eine British Airways rollt auf uns zu als würde sie uns gleich zu Kleinholz machen, wäre da nicht das blinkende Marshaller Car, zu dem sie gerade noch abbiegt. Wir winken von unten. Die Piloten winken von oben. Haha!

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Nun braten wir unter dem Cockpit der Aquila am Holding Point Echo. Der halbe Flugring steht am Holding Point Foxtrott (eine andere Flugschule in Salzburg). 5 Minuten. Alpha Traffic im Anflug. 10 Minuten. Wir zerfließen, fächeln ein bisschen nutzlosen Wind durch die kleine Luke. Das iPad läuft jetzt schon so heiß wie meine heimische Cerankochplatte. 15 Minuten. Dem Mann im Tower muss auch sehr heiß sein, es ist dermaßen viel los, dass die ganzen notwendigen Phrasen gar nicht schnell genug gesprochen werden können.

20 Minuten. Endlich, wie an der Perlenkette dürfen die Flugring Jungs starten, wir hängen uns hinten dran. Wir sind noch nicht am Ende der Piste, da kommt schon „turn right now“. Ich weiß warum, von vorne näherte sich schon seit Ewigkeiten ein weißes Licht, die Easyjet wird sich wundern, was das Gewimmel von Kleinflugzeugen in ihrer Anflugschneise verloren hat.

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Ich schieße sensationelle Bilder (dachte ich) von dieser Aug-in-Aug Begegnung, doch wie üblich, kaum erkennbar auf dem Foto schwebt der Airliner als winziger Strich unter unserem Flügel Richtung Schwelle.

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Die Jungs biegen ab nach Vilshofen, wir biegen ab nach Vöcklabruck. Im Funk meldet jemand eine Drohne auf 3.000 Fuß über dem Kobernausser Wald. So ein Bockmist, ihr Drohnenbesitzer, hoffentlich fallen wir euch auf den Kopf, wenn wir wegen euch abstürzen.

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Seitenstetten liegt ruhig in der Hitze, Pilot L. landet sehr schön und ich drehe ein Video davon, was familiär wichtiges Beweismaterial werden wird. Zum Tower geht es eine Wendeltreppe hoch, danach essen wir Wurst & Toast. Wenn’s mal irgendwo ein Flughafenrestaurant mit gesundem Essen gibt, sagt Bescheid.

Die Gäste auf der Terrasse hören den Funk, der Betriebsleiter steht hier unter einem großen Schild „Selbstbedienung“ und schaut in den Himmel. Der auffrischende Wind fegt uns schon ziemlich um die Ohren, ich muss meine Semmel festhalten. Eigentlich ein guter Ort, um 32°C auszuhalten, aber wir müssen ja wieder nach Hause.

Es wird ein schnurgerader Heimflug durch feuchten Dunst, außer ein paar bockigen Sekunden ohne Vorkommnisse. Im Pilotenraum treffen wir wieder die Flugring Jungs und albern herum, 20 Minuten gemeinsames Grillen in der Hitze, das schreiben wir jetzt alle in unsere Flugbücher.

 

Bade-Ausflug

Man nehme CAVOK, eine freie Maschine und ein bisschen Sommer… fertig ist der Badeausflug! Ziel Ampfing-Waldkraiburg, EDNA, eine Graspiste von ca. 700 Metern und die daneben liegende Grüne Lagune!

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Tower Ampfing. Man soll nicht später sagen, ich sei nicht passend gekleidet gewesen!

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Das Beste: kostet nix!

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Hier gibts alles. Von Eis bis Eiswasser.
(24°C Wassertemperatur? Are you kidding??? Gefühlte 18°!)

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Die meinen damit die Straße. Die Flugzeuge fahren über die Straße. Überhaupt, wieso ist da plötzlich so viel los?

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OE-AMB: Der Wäschetrockner! (Wird im Handbuch ergänzt).

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Während das Schwimmzeug noch trocknet, hab ich schon die Haare schön.

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Dieser Schein trügt. Fragt Rolf.

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Tachinger See (blau), Waginger See (türkis).

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Immer wenn ich ein Selfie mache, sagt Rolf irgendeinen Quatsch.

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Das ist der Meldepunkt Whiskey. Da war heute was los, Junge Junge. Wie die Raststätte wirklich heißt, weiß in Salzburg wahrscheinlich jeder Autofahrer. Ich kenne das nur von oben. Stau ist auch noch.

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Wir mussten einen Short Approach machen, und „short“ sagt man Rolf nicht zweimal. Weitere Fotos vom Anflug kann ich leider nicht veröffentlichen aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Anwohner. ICH weiß aber, was die heute Abend gegrillt haben.

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Rolf orgelt um die Kurve. Cleared to land!!

Werft Hofkirchen

Zwei Fliegen, eine Klappe: meine zweite Einweisungsstunde auf der Cessna nutzen wir, um unsere kleine Katana aus der Werft in Hofkirchen zu holen. Gut, dass der Fluglehrer dabei ist, 448m Graspiste würde ich mit der Cessna alleine noch nicht treffen. Wir rumpeln über die Piste, dann zum Betriebsleiter, der im kleinen Gastgarten steht und unsere Daten in eine Liste kritzelt. Drinnen gestrickte Kuchen, GESTRICKTE KUCHEN, richtig gelesen. Wir geben unseren Flugplan auf, dokumentieren mich per Foto vor der Cessna, die Katana wird aus der Werft gerollt. Sie hat ein nagelneues Zündschloss, was ich abgesehen von dem 10 minütigen Werkstattflug als erste drehen darf. Start auf dem Gras, rotate bei 50 Knoten, Fahrt aufholen im Bodeneffekt, geblendet in die Abendsonne auf 2.500 Fuß entlang der Linzer Kontrollzone. Ebenso auf 2.500 Fuß auf dem Weg nach Wels ein Traffic, ich muss einen richtigen Haken schlagen und hoffe, dass mein Fluglehrer knapp hinter mir in der Cessna den Flieger sieht.

Kurz danach taucht er neben mir auf, offensichtlich alles gut gegangen, muss eng gewesen sein. Wir gondeln weiter auf 2.500, steigen später auf 4.500, er zieht davon. Mit der kleinen Katana komm ich nicht hinterher, obwohl halbleerer Tank und nur ein Pax.

Bei Strasswalchen in die Kontrollzone, wieder Verkehr, er saust 500 Fuß höher neben mir vorbei, in sight. Leichter Crosswind, ich folge dem Fluglehrer auf die Piste 15, so schiebt der Wind mich zwar von schräg hinten über die Piste, aber die Katana hat über 2000m Zeit zum Flaren. Landing Time 1717 local, es hat immer noch 27 Grad, als wir die Maschinen waschen. Ich sollte den Eimer mit dem kalten Wasser über mir ausgießen!

 

Wind 330, 24 Knoten

 

Die Wetterfront kommt! 24 Knoten pusten die Piste hinunter, selbst die blöden Krähen haben Schwierigkeiten in der Luft. Unser Flieger parkt bereits sicher im Hangar und ruht sich aus; wir essen zur Belohnung Leberkäs‘ mit Kartoffelpüree. Der Incoming Traffic muss bei dem Mistwetter im engen Tal einen Circling Approach fliegen, das ist unlustig bei schlechter Sicht und Böen.

Eine Maschine ist gegenüber im RNAV Visual Anflug, irgendwo in den Wolken, wir spekulieren, wo sie durchstechen wird. Auch der Tower rätselt: „Confirm you have the runway in sight?“. Hmmm, „negativ“ kommt nach einiger Zeit des Grübelns. Die Maschine ist irgendwo im Blindflug auf dem Weg ins Tal. „Confirm you make a go around?“. Der Tower klingt schon eindringlicher. Schließlich kommt die Bestätigung aus dem Cockpit. Plötzlich taucht die Maschine auf, dreht schon zu uns ein.

Die Gäste am Nachbartisch werden unruhig, „Der fliegt gerade auf uns zu!“, entsetzt sich eine Dame. Die Scheinwerfer zielen direkt ins Restaurantfenster. Sie habe seit 28 Jahren Flugangst und müsse gleich nach Düsseldorf. Ich winke ab und behaupte, der Abflug sei völlig unproblematisch, weil geradeaus. Im Stillen denke ich an gestern Abend. Ich hatte eine halbe Stunde dramatische Crosswind Landings auf YouTube studiert – ausgerechnet von Düsseldorf. Hihi.

Update 13.5.:
boldmethod hat just zum Thema Circle-To-Land einen Beitrag publiziert, falls jemand in die Details gehen möchte.

Hop-hop-hop-hop

Ruhe vor dem Sturm (der für abends vorhergesagt ist, endlich macht dieser Satz mal Sinn). Cirren kündigen den Wetterwechsel an, die Flugwetter Vorhersage ist voller Föhn. Airport Salzburg blinzelt ruhig in der Sonne, wie liebe ich das, irgendwie, wenn das Vorfeld so friedlich auf mich wartet.

Ich bin PIC (Pilot in Command) für Leg 1 nach Schärding. Verkehr unter uns: ein Flugzeug und zwei Störche (!). Ich sehe die schwarz-weißen Schwingen von oben, große Kaliber, die möchte man nicht treffen. Schon liegt Schärding vor uns, wir sind hoch. Letzte Woche noch geübt, ha, abwärts geht die Post: „Angstfrei Slippen mit Petra“. Wir überfliegen die Piste und drehen ein, am Boden warten ungeduldig zwei Abflüge. Ich beeile mich, bin wieder zu hoch, dann noch ein paar Wirbel, ich drifte, am Ende ein Meter zu viel Luft zur Piste, wir fallen. Fehlerverzeihend, die gute Katana. Tätschel.

Next Leg fliegt der Kollege, ein gezieltes Zickzack zwischen Passau, einem Aerobatic Gebiet und der Donau. Beim Eindrehen ins Vilshofen Final ein wenig Übereifer, wir überschießen und fummeln uns wieder in den geraden Anflug zurück. Kurz vorm Aufsetzen ist noch diese Straße zu überfliegen, die Situation lässt sich kurz in diesem Video umschreiben. Ein Fahrradfahrer dreht sich nicht mal zu uns um, obwohl wir gefühlt nur einen Meter über seinen neongelben Helm sausen. Diese Nichtbeachtung entrüstet uns!

Beim Zurückrollen fragt der Tower nach unserem Lärmzeugnis, das verstand ich selbst nach dem zweiten Wiederholen nicht (Rolf schon), geschweige denn, dass ich von seiner Existenz wusste. Erfreulicherweise beschert uns das Zeugnis, welches ausgesprochen gut ist, eine Reduktion der Landegebühr auf 9,20. Da Feiertag ist, lässt Rolf einen springen und überreicht 10 Euro.

Wieder ich am Steuer. Ziel Ried-Kirchheim, doch Ried-Kirchheim ist nicht da, wo ich es vermute. Rolf simuliert Gewissheit, ruft „links“, „rechts“, und zoomt ins iPad. Skydemon sei Dank zielen wir halbwegs quer zum Überflug der Piste, eine kurze Korrektur. Rolf kommentiert trocken, ich sei gerade „Geisterfahrer“ in der Platzrunde. Die Aufzeichnung widerlegt das geringfügig, wenn sie auch andererseits aufzeigt, dass der Ort Mettmach von mir besucht wurde (I am sorry). Im Gegenanflug die Piste schon wieder aus den Augen verloren, wo ist das verflixte Stück Beton, ich sehe nur Wiesen und Bäume. Landevorbereitung ins Ungewisse. Da, endlich die Schwelle.

Eine Maschine meldet Queranflug, ich melde Endteil. Der Tower informiert, dass wir Nummer Zwei seien, etwas entgeistert entdecken wir, dass die andere Maschine von „irgendwo“ ins Short Final eingedreht ist und direkt vor uns zum Touch & Go ansetzt. Beim besten Willen ist Fortsetzen keine Option, ich verkünde ein 360 nach rechts. Wo zum Teufel ist jetzt schon wieder die Piste, note to myself: öfters mal auf den Kompass gucken!

Trotz allem eine Top Landung, der Co applaudiert und der Tower dankt für die Rücksichtnahme. Läuft. Oben plaudern wir dann über die herannahende Front, die gestochen scharf auf seinem Wetterradar leuchtet. Rolf schaut weg. Eine Gruppe 1. Mai-Wanderer erklimmt die Treppe zum Zwecke der Tower-Besichtigung, es wird voll, wir verschwinden.

Rolf startet nach rechts, wir rumpeln über den Kobernausser Wald und melden Straßwalchen. Bei Eugendorf fragt der Tower: „Are you able to perform highspeed followed by a short approch three three?“. Gelassen bestätigt Rolf und jagt die Maschine mit 140 Sachen um den Gaisberg. „Lizenz zum Rasen“, das lässt er sich nicht zweimal sagen. Der Tower kann ihn erst vor der Moosstraße stoppen, „normal Speed“, okee, Flaps ten, short approach.

Rolf dreht ein, sinkt. Piste ist bereits vorhanden, allein Touchdown ist noch nicht erlaubt, die Schwelle ist versetzt. Rolf bastelt sich was zurecht mit Gas geben, Aushungern, Ziehen, Stallen. Es passt. Das Applausometer verzeichnet eine Teilnahme, wenn auch geringfügig.

Dieser Beitrag wurde ermöglicht durch die Unterstützung des Kollegen Rolf (Verpflegung, Textbeiträge)!

Winterblues

Ich habe 100 Mal „nicht aufgeben“ in mein Notizheft geschrieben und für heute wieder eine Maschine reserviert. Den Fluglehrer gleich dazu. Meine säuberliche Flugplanung nach Ried-Kirchheim ist für die Katz, im Pilotenraum beschließen wir als Ziel EDMY, Mühldorf. Eine Kollegin kommt in den Raum und berichtet, es sei sehr „bockig“ heute, Chiemsee, na toll. Da wollen wir hin.

Start alles gut, Chiemsee in Sicht, schon zieht mir der Fluglehrer das Gas weg – simulated engine failure. Wo ich notlanden würde? Ich zeige auf ein hübsches Feld am Horizont, Fluglehrer so: „vergiss es“. Außerdem halte ich die Maschine nicht bei 70 Knoten. Nochmal.

Jetzt suche ich ein grünes Feld, dann ein braunes, beides nicht genehm (zu viel Pflanzen, zu viel Erde). Traffic über uns, bin unkonzentriert. Suche nach Feld, suche nach Flugzeug. Wir einigen uns auf einen Streifen entlang einer Straße. Anflug lassen wir weg, ich suche statt dessen EDMY. Mein iPad rutscht auf meinen Knien herum, das GPS ist unbrauchbar klein und wimmelig. Chiemsee und dann nordwärts? Richtig! Ab auf 360 Grad.

Niedriger Überflug über Schönberg? Fällt aus, in Schönberg ist niemand zuhause. EDMY vor uns, wir kreuzen mittig über die Piste und rein in die Platzrunde. Slippen will ich üben, ab geht die Post, rechtes Seitenruder, linkes Querruder, Nase hoch. Die Stallwarnung schrillt, wir sinken nicht, Gegenwind und Thermik drücken von unten. Der Fluglehrer presst uns runter, funkt nebenbei, der Boden saust seitlich auf uns zu. Kurz vor der Piste noch ein paar Böen, Maschine geraderichten, und in Ruhe aufsetzen. Also… der Fluglehrer kanns.

Prop und Throttle full forward, Carburator heat rein, der Fluglehrer macht das alles mit einem Griff. Bodeneffekt, weiter gehts. Viel Verkehr, Schleppflug mit Segelflieger, Segelflieger neben uns, Segelflieger vor uns im kurzen Endteil. Der Tower ist keine große Hilfe, wir verkünden selbst, dass wir verzögern und ein 360 fliegen.

Noch drei Touch & Go mit Slippen, dann Ziellandung: wir kreuzen das Feld in 3.500 Fuß, Gas weg, „ohne Motor“ per Augenmaß links in die Kurve und zur Piste gleiten. Aufs Ende der Piste zielen. Ende der Piste? Bin beschäftigt, kann nicht nachfragen warum. 10 Meter fehlen zum passenden Aufsetzen, kurz Gas geben, aber es gilt als geschafft.

Abschlusslandung. Vor dem Tower ein Biergarten, sympathisch. Klettere Treppen hoch, schöner Ausblick. Landegebühren 30 Euro. Parallel werden sechs An- und Abflüge abgefertigt. Gewimmel am Boden.

Schon sind wir wieder in der Luft, und wieder nicht alleine, das FLARM piepst. Eine andere Katana ist über uns, same direction, wendet in Gegenrichtung. Dreh mich nach ihr um, verliere dabei 200 Höhenmeter. Wir rufen nochmal Schönberg, niemand da, und in Bad Endorf wohnen Menschen, die keinen Fluglärm mögen. Dürfen nur eine Platzrunde drehen in 2.500 Fuß, auf Wiedersehen, ab in Richtung Chiemsee.

Ein wenig Sightseeing, Schloss Herrenchiemsee, #iseefaces. Your controls, ich knipse. Hinten die schneeweißen Alpen, beautiful. Teisendorf is next, Pflichtmeldepunkt, hätte ich verdaddelt. Whiskey angepeilt, doch falsch, Fluglehrer weist mich um den Högl Hügel herum. Wir sind zu hoch, der Luftraum ist voll, die Flying Bulls sind on duty, dazu ein Hin und Her der Startbahnrichtung. ILS Approach auf die eins-fünf, zwei VFR auf die drei-drei. Wir müssen ins Holding West. Ich soll Vierecke fliegen, keine Kreise. Sagt der Fluglehrer. Ich darf dreimal üben, wir verbringen Zeit da oben. Traffic in Sight, wieder eine Katana, die knapp über uns kreuzt. Neuer incoming Traffic überm Localizer, ein Alphajet über Eugendorf, immediate Start am Boden. OE-CMC, join downwind 33 and maintain downwind until I call you. Bevor meine Nase in den Untersberg piekt kommt die Anweisung „join base“, wir drehen ein. Ein letztes Slippen, cleared to land, der Fluglehrer greift mit Händen und Füßen ein.

Wir rollen zum GAC, ich bin erledigt. Zuhause falle ich mit voller Montur auf die Couch, rappele mich erst nach einer Stunde auf, um die Jacke auszuziehen. Weder Navigation, saubere Aerodynamik, Mitschreiben, Slippen, Funken hat richtig geklappt, schon gar nicht alles gleichzeitig. Fühle mich wie in den ersten Flugstunden, es ist so unglaublich viel zu wissen und zu können, niemals wird das aufhören. Ich will mich anders fühlen, will die Maschine anders fühlen, wieder Routine aufbauen. So verzagt, und so grimmig entschlossen. Meistens. Ach. Winterblues, go home!

Nose down

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Wenn einer Anlass hatte, zu sagen „Heute war alles doof“, dann vermutlich der Pilot der Gulfstream, die am Dienstag nach dem Abheben das Bugrad nicht einfahren konnte und statt nach Amerika zu fliegen zum Salzburger Flughafen zurückkehrte.

Die Maschine hielt hinter dem Holding Point Echo, alle stiegen aus und dann brach das Bugfahrwerk zusammen.

Wie man hier lesen kann, ist niemandem etwas passiert, sogar der Flugbetrieb konnte normal weiterlaufen. Die Webcam vom Flughafen war „außer Betrieb“, Fotos gibt’s aber trotzdem genügend, so wie dieses hier oben von den Salzburger Nachrichten (FMT).

Heute wartete ich Frankfurter Würstchen essend in der Business Lounge vom Flughafen, als ich zufällig ein Telefonat mithörte. Da saß doch tatsächlich der Pilot der Gulfstream und erzählte einem „Sweetheart“, wie sie nach dem Start umdrehten und neben dem Flugzeug standen, als es auf den Beton krachte. Die Maschine wurde nach Durchführen der ersten Ermittlungen in der Nacht in einen Hangar gezogen und wird dort wohl ein Weilchen wohnen: nach seiner Prognose wird die Reparatur Wochen dauern.

Ich hab natürlich über meine Würstchen hinweg ein heimliches Foto vom Piloten geschossen, aber aus Privatsphärengründen publiziere ich das nicht. Abgesehen davon: nach dem aktuellen Stand der Dinge hat er ohnehin alles richtig gemacht.