Air Race Hangar Walk

Dank Tom, Chief Medical Officers bzw. Fliegerarzt des Red Bull Air Races, dürfen wir richtig nah ran an die Hangars, die Maschinen und die Piloten.

Super Idee: die wichtigen Daten und Handgriffe auf einem Tape ins Cockpit kleben! Merke ich mir:

In der Box von Francois Le Vot erklärt uns der Techniker die Maschine. Ich bemerke, dass die Fugen und Nieten des Flugzeuges abgeklebt sind – Erklärung dafür ist, selbst die kleinsten Luftverwirbelungen zu unterbinden. Für die Piloten bedeutet das, dass sie teilweise im Cockpit eingeklebt sind, sobald das Canopy geschlossen (und getaped) wird. Noch dazu entsteht im Cockpit dann wirklich eine irrsinnige Hitze, wenn kein Luftzug mehr hindurchzieht.

Am Schluss noch den richtigen Riecher gehabt und Tom gebeten, ein Foto von Martin Sonka und mir zu machen. Irgendwie dacht ich, der könnte heute ein gutes Rennen fliegen…!!

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Red Bull Air Race / Wiener Neustadt

Das Red Bull Air Race macht Station in Wiener Neustadt! Zwei Tage lang Flugzeuge pur! Lange nicht mehr dabei gewesen, und beim ersten „Cleared into the track – smoke on!“ lief es mir kalt den Rücken runter. Was die Piloten da vollbringen ist unfassbar. Sowohl was die körperliche Leistung betrifft (kurzzeitig 10-12 G-Kräfte im „Vertical Turn Maneuver“, VTM), als auch in Bezug auf fliegerische Präzision wenige Meter über Grund.

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Das Air Race findet in Wiener Neustadt West (LOXN) statt, einem Militärflugplatz mit sechs Graspisten, die fast im Uhrzeigersinn angeordnet sind. Der Platz grenzt genau an Wiener Neustadt Ost (LOAN), der die General Aviation abwickelt.

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Gestartet wurde während des Rennens auf LOXN unweit des ersten Tores, somit war dieses Rennen in 2018 nicht nur das erste NICHT über Wasser, sondern auch das erste mit einem „stehenden Start“. Die Piloten haben zu wenig Zeit, ihre beste Geschwindigkeit aufzubauen und auf Betriebstemperatur zu kommen, bevor das erste Gate erreicht wird, was das Rennen nochmal besonders schwierig macht.

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Premium Travel Style

Es gibt so schöne Zufälle.

Ich muss geschäftlich nach Wien, und einen Tag vorher stellt sich heraus, dass unser ÖSC Vorstandsmitglied Tom den gleichen Weg hat – er ist der Chief Medical Officer des Red Bull Air Race und wird bereits an den Trainingstagen vor Ort sein.

Er fliegt nach Wien – in der eigenen Maschine – und schon hab ich meinen Taxi Ride in der Tasche, yeeeha!! Grandioses Wetter empfängt uns vor Abflug, die Maschine steht fix und fertig vorbereitet auf dem Vorfeld, noch schnell ein paar Fotos und dann ist schon Boarding.

 

In der Luft darf ich die Cessna 340 mal übernehmen (siehe das kleine Beweisfoto) – was für eine tolle Maschine, liegt ruhig und ist leicht steuerbar, die zwei Engines fräsen ihren Weg durch die Luft. Wir cruisen über Gipfel und Mondlandschaften, haben natürlich nicht den bequemen Weg übers Flachland gewählt. Logisch.

 

Ankunft in Wiener Neustadt: die Flugplätze Wiener Neustadt Ost (LOAN, zivil) und West (LOXN, militärisch mit ziviler Mitbenutzung) liegen Seite an Seite. Im Anflug können wir schon die Tribünen fürs Air Race sehen und die im Uhrzeigersinn angeordneten sechs (!) Graspisten des Militärplatzes.

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In LOAN gelandet wird deutlich, dass hier eine Diamond Aircraft Niederlassung ist – entsprechende Maschinen auf dem Vorfeld, ein Katana Café im Terminal und auch ein großer Diamond Pilot Shop. Stefanie von der Diamond Belegschaft ist toll, sie fährt uns zum Mietwagen. Spannende Unterhaltung, und mal sehen, ob wir als ÖSC dort demnächst mal einkaufen…! Auf jeden Fall ist die Idee geboren, einen Clubausflug nach LOAN zu machen und ein paar DA40 zu testen 😉


Nach dem Air Race und vor dem Rückflug wird getankt. Vor uns ein Schwarm von Kunstflugmaschinen, die ebenfalls gerade nachtanken und dann gemeinsam davonsausen!

 

 

 

Wir sind im Anflug auf Salzburg, die Pistenbeleuchtung ist an (wie schön) und ein Marshaller Car bringt uns zum Abstellplatz. Was für ein toller Flug und was für eine super Maschine, ganz zu schweigen natürlich vom souveränen Piloten ;-). Danke Tom fürs Mitnehmen und den großen Spaß. Und (Insider): den Yeti <3. I owe you one!

 

„G-Kräfte machen süchtig“

Mathias Dolderer im Interview „Red Bull Air Face“ auf redbull.com:

„g­Kräfte machen süchtig. Der Körper braucht sie irgend­ wann. Wenn es dir mal nicht gutgeht, hockst du dich in den Flieger, ziehst ein paar g, und alles passt wieder.“

Matthias Dolderer (GER)

Matthias Dolderer im Cockpit bei einem Manöver an der 12g-Grenze.

Takeoff A400

Krawall über meinem Hausdach! Der A400 der Deutschen Bundeswehr war zu Besuch in Salzburg (3. + 7.9.). Zum Abflug hat er sich das „beste“ Wetter ausgesucht, insofern blieb mir nur der Blick in die Panomax Webcam. Mit FEW003 und BKN006 war von ihm nicht mal ein Schatten zu sehen.

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Hier noch mehr Fotos bei den Salzburger Nachrichten.

 

Cruising Berchtesgaden

Jahrhundertsommer, immer noch so heiß, ein paar Tuffwölkchen am Himmel. Ja gut, Towering Cumulus sind angesagt, ich sehe sie auch schon am Horizont quellen, aber heute, endlich, werden Rudi und ich zum ersten Mal zusammen fliegen. GAFOR springt auf orange, also ändern wir die Route nochmal ein bisschen, aus Zell wird St. Johann, und schon rollen wir mit einem gut gelaunten Tower zum Start.

Der Maschine gefällt die Hitze, sie schnurrt und stellt alle Instrumente brav auf Grün. Wir fliegen nach Norden Richtung Chiemsee, erster Sightseeing „Stop“ mit all den kleinen Segelbooten da unten.

Auf Flightradar24 schaue ich nach Verkehr, hier ist oft viel los und die App leistet über dem See ganze Arbeit. Zwei Maschinen kommen links aus dem Tal, kreuzen unter uns, no Factor.

 

Vor uns jetzt der Inn, wir folgen ihm nach links und überfliegen Kufstein, eine kurze Graspiste zwischen den Bergen. Traumhafte Kulisse, eine Bilderbuchseite nach der anderen. Vor lauter Begeisterung vergessen wir abzubiegen, also doch bis Wörgl und dann erste Meldung bei Ellmau. Piste 31 ist in Betrieb, wir müssen also erst mal in die Platzrunde.

In St. Johann herrscht Hochbetrieb, aus irgendeinem Grund sind plötzlich fünf Maschinen im Anflug und zwei im Abflug (wartend). Wir sind Nummer 3 und sollen früh in den Queranflug eindrehen. Zwei Pilatus PC12 sausen auf St. Johann zu, ich muss nach dem Aufsetzen schnell wenden und von der Piste verschwinden. Das gelingt, so dass sogar noch eine der zwei wartenden Maschinen starten kann.

 

Die PC12s kennen sich gar nicht, reiner Zufall, dass die Maschinen aus Österreich und der Ile of Man zeitgleich eintreffen. Wir beobachten eine fantastische Landung. Einer der Piloten erzählt mir später, dass ihm auch eine 550m Piste reiche – je nach Gewicht. Sie laden Touristen und Gepäck aus und trinken einen Kaffee.

Das machen wir auch. Die Piste ruht still wie der See, kein einziger Verkehr mehr. Versteh einer die Welt. Als wir später unsere Maschine fertig machen, rollen auch die PC12s schon wieder zum Start, sie winken uns fröhlich aus dem Cockpit. Eine von ihnen steht am Holding Point, da holt sie der Tower zurück, die Passagiere hätten was vergessen…

Also taxelt sie die Piste hinunter. Wir rollen zum Start, hinter uns ein eigelbes Ultralight, danach nimmt wieder die PC12 mit den vergesslichen Passagieren Aufstellung. Als wir schon in der Luft sind, hören wir die PC12 zum Ultralight funken, es möge ihnen bitte nicht so viele Wirbelschleppen bescheren. Sehr gelacht. Wir verlassen die Frequenz und hoffen, dass die schnelle Pilatus nicht gleich über uns hinwegbraust.

Mit den Bergspitzen Aug in Aug, Richtung Lofer und Bad Reichenhall. Rudi zeigt mir den Untersberg von oben, seltene Ansicht! Dann kurven wir im Berchtesgadener Tal herum. Rudi kennt jeden Bergzacken und gefühlt auch jedes Haus: Geschwister, Verwandte, Bekannte, Arbeitsplatz, Schule, Skilifte, Schanze, Bobbahn…

 

Unseren Plan, den Königssee zu überfliegen, vereiteln dann doch schlussendlich die Wolken. Somit bauen wir Höhe ab, fliegen am Untersberg entlang nach Grödig und dann im Abendlicht straight in auf die 33. Sehr schöne Landung von Rudi! Sehr schöner Flug! Traumhafte Landschaft! Wir beschließen beim Landebier: das machen wir bald wieder.