Red Eye Impressions

Passagierflug nach DüDo. Eigentlich gar nicht sooo früh, aber es ist Herbst und die Sonne geht erst auf, wenn man übers Vorfeld schlurft. Die Kälte beißt einem ins Gesicht, und trotzdem es ist so schön!

Der Pilot kam mit dem Fahrrad:

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Und beim Düsseldorf Approach schon das ganze Spektrum der Herbstfarben.

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Ganz großes Bergkino

3 Grad am Morgen. Lag ich nicht letzte Woche noch in der Sonne? Heute zwei Jacken angezogen fürs Fahrrad und den Weg zum Flughafen. Der Morgen ist glasklar, weder Nebel noch Wölkchen. CAVOK soweit das Auge reicht.

Die Katana wird uns aufgewärmt von der vorangegangenen Flugstunde überreicht. Im Funk melde ich mich mit dem Callsign der Schwestermaschine, kruzifix, diese Gewohnheiten. Der Tower witzelt, er könne mir eine CMC anbieten – da willigen wir mal ein, haha.

Off we go. Noch vor Pass Lueg müssen wir zu Salzburg Radar wechseln, der uns Traffic in opposite direction ankündigt. Die OE-LDM, ich grübele, welche Flying Bulls Maschine das ist und spähe in den Himmel. Zweite Dümmlichkeit des Morgens, nicht zu wissen, dass das die DC-6 ist, und noch viel dümmer, sie irgendwie nicht zu finden im Himmel, wie geht das denn bitteschön, 1.000 Fuß über uns muss der Riesenvogel doch wohl zu sehen sein? Schon war sie vorbeigesaust, und damit auch die super Gelegenheit, einen exklusiven Air-to-Air Shot zu machen. Später sehe ich bei Facebook, dass die OE-IDM zu der Zeit in der Luft war, was vom Speed besser passen würde – vielleicht haben wir uns verhört? Im Gegensatz zu uns meldet die Crew jedenfalls „traffic in sight“, und schon erlaubt uns Salzburg Radar, die Frequenz zu verlassen.


Nach Pass Lueg erscheinen die ersten weiß gezuckerten Gipfel: Dachstein, Kitzsteinhorn, Hochkönig. Man könnte schon Skifahren, wenn man denn wollte. Unglaubliche Sicht, ein Spread von 13 Grad, eigentlich will man da gar nicht mehr aufhören zu fliegen.

Besseres Wetter für Zell am See gibts nicht, also Linkskurve bei Saalfelden, Meldepunkt November, Meldepunkt Lake, 4.000 Fuß. Piste 26 ist in Betrieb, ungewöhnlich, somit müssen wir jetzt ein bisschen vom Himmel fallen, damit wir auf dem kurzen Anflug ausreichend Höhe abbauen. An den Berghang geschmiegt fliegen wir Aug in Aug mit den dortigen Hochspannungsleitungen in den Queranflug. Im Endteil kommt der Wind glücklicherweise von vorne, auf dem kurzen Stück will man nicht auch noch Crosswind bändigen.

Die Katana nimmt auf der Schwelle Platz, mit der neuen Pistenlänge haben wir eine richtig lange Rollzeit bis zur Abstellfläche im Gras.

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Piz Buin! im Restaurant sitzen ein paar andere Piloten, ansonsten ist es ruhig. Und heiß, verrücktes Wetter. Der Kaiserschmarrn auf der Karte möchte gegessen werden. Wir schauen in das Panorama und genießen, Rudi zeigt auf den Berg gegenüber, auf den er acht Jahre lang mit dem Nationalkader zum Abfahrtstraining fuhr – morgens hoch zum Skifahren, nachmittags ins Schwimmbad. Das geht nur in Österreich!

Vor Abflug noch ein dusseliges Bild mit der neuen Fotowand gemacht :-). Dann heben wir wieder ab, Pferde (!!) und Kühe unter uns, die aus irgendeinem mystischen Grund in einer Linie mit dem Holding Point 08 stehen.

Beim Kaiserschmarrn haben wir uns eine abenteuerliche Route über Bad Gastein ausgedacht, herumgerechnet, ob wir über die Bergspitzen hinüberkommen. Nullgradgrenze bei 10.000 Fuß, wir brauchen 8.500. Es ist halt doch schon Herbst, die Maschine steigt eifrig: als wir den Platz im Süden passieren, sind wir schon auf 6.000 Fuß, ganz klein liegt er da unter uns, wo gerade eine Maschine startet.

Nun rechts rein ins Gebirge: Bad Gastein so winzig unter uns, wo sind denn die ganzen alten Hotels und der Fluss?

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Drumherum schieben sich die Berge zu grünen, goldbraunen und weißen Klippen zusammen, einfach sensationell, über was wir da so hinüber cruisen. Wir sind aufgeregt, so knapp über den Gipfeln der zerklüfteten Landschaft. Was für ein unfassbar privilegierter Blick von oben auf diese epische Schönheit der Alpen!

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Jetzt direkter Kurs nach Norden, am Horizont ist Pass Lueg deutlich zu erkennen. Wir sinken, melden uns ab bei Wien Info und hören ein wenig dem noch verschatteten ATIS zu. Wind 3 Knoten verstehen wir in dem brüchigen Funk. Sinkflug auf 3.500 Fuß und dann straight in auf RWY33.

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Beim Ausrollen sind wir immer noch ganz andächtig. Selten so prachtvolles Wetter gehabt und solch einen Ausblick auf eine Landschaft, welche sich noch nicht zwischen Sommer und Winter entscheiden kann, und die gerade noch einmal Luft holt in der warmen Herbstsonne, bevor der Winterrummel losgeht. Ganz großes Kino.

Diamond Fly-by

Diamond Aircraft hat ihren Sitz in Wiener Neustadt, somit war ein Fly-By zum Air Race sozusagen eine „Long Pattern Platzrunde“. Die elegante Formation machte wieder Lust, über eine neue DA für den Verein nachzudenken :-))

 

Mit neuen Einkäufen vom Diamond Stand und einem tollen Paket von Stefanie von Diamond (Danke!!) habe ich jetzt den perfekten Look für meinen nächsten Flug mit unseren Katanas 😉

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Air Show The Flying Bulls

Kein Red Bull Air Race ohne ein Display der Flying Bulls 🙂 Bei Traumwetter zogen die Lightning P-38, die Trojan T-28 und die Alpha Jets ihre Linien in den Himmel. Auch die BO 105 zeigte ihre schönsten Aerobatics. Eine Augenweide – wie immer.

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Am Schluss faszinierte das Team Blanix mit einer traumhaften Show im Abendlicht.

Air Race Hangar Walk

Dank Tom, Chief Medical Officers bzw. Fliegerarzt des Red Bull Air Races, dürfen wir richtig nah ran an die Hangars, die Maschinen und die Piloten.

Super Idee: die wichtigen Daten und Handgriffe auf einem Tape ins Cockpit kleben! Merke ich mir:

In der Box von Francois Le Vot erklärt uns der Techniker die Maschine. Ich bemerke, dass die Fugen und Nieten des Flugzeuges abgeklebt sind – Erklärung dafür ist, selbst die kleinsten Luftverwirbelungen zu unterbinden. Für die Piloten bedeutet das, dass sie teilweise im Cockpit eingeklebt sind, sobald das Canopy geschlossen (und getaped) wird. Noch dazu entsteht im Cockpit dann wirklich eine irrsinnige Hitze, wenn kein Luftzug mehr hindurchzieht.

Am Schluss noch den richtigen Riecher gehabt und Tom gebeten, ein Foto von Martin Sonka und mir zu machen. Irgendwie dacht ich, der könnte heute ein gutes Rennen fliegen…!!

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Red Bull Air Race / Wiener Neustadt

Das Red Bull Air Race macht Station in Wiener Neustadt! Zwei Tage lang Flugzeuge pur! Lange nicht mehr dabei gewesen, und beim ersten „Cleared into the track – smoke on!“ lief es mir kalt den Rücken runter. Was die Piloten da vollbringen ist unfassbar. Sowohl was die körperliche Leistung betrifft (kurzzeitig 10-12 G-Kräfte im „Vertical Turn Maneuver“, VTM), als auch in Bezug auf fliegerische Präzision wenige Meter über Grund.

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Das Air Race findet in Wiener Neustadt West (LOXN) statt, einem Militärflugplatz mit sechs Graspisten, die fast im Uhrzeigersinn angeordnet sind. Der Platz grenzt genau an Wiener Neustadt Ost (LOAN), der die General Aviation abwickelt.

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Gestartet wurde während des Rennens auf LOXN unweit des ersten Tores, somit war dieses Rennen in 2018 nicht nur das erste NICHT über Wasser, sondern auch das erste mit einem „stehenden Start“. Die Piloten haben zu wenig Zeit, ihre beste Geschwindigkeit aufzubauen und auf Betriebstemperatur zu kommen, bevor das erste Gate erreicht wird, was das Rennen nochmal besonders schwierig macht.

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Premium Travel Style

Es gibt so schöne Zufälle.

Ich muss geschäftlich nach Wien, und einen Tag vorher stellt sich heraus, dass unser ÖSC Vorstandsmitglied Tom den gleichen Weg hat – er ist der Chief Medical Officer des Red Bull Air Race und wird bereits an den Trainingstagen vor Ort sein.

Er fliegt nach Wien – in der eigenen Maschine – und schon hab ich meinen Taxi Ride in der Tasche, yeeeha!! Grandioses Wetter empfängt uns vor Abflug, die Maschine steht fix und fertig vorbereitet auf dem Vorfeld, noch schnell ein paar Fotos und dann ist schon Boarding.

 

In der Luft darf ich die Cessna 340 mal übernehmen (siehe das kleine Beweisfoto) – was für eine tolle Maschine, liegt ruhig und ist leicht steuerbar, die zwei Engines fräsen ihren Weg durch die Luft. Wir cruisen über Gipfel und Mondlandschaften, haben natürlich nicht den bequemen Weg übers Flachland gewählt. Logisch.

 

Ankunft in Wiener Neustadt: die Flugplätze Wiener Neustadt Ost (LOAN, zivil) und West (LOXN, militärisch mit ziviler Mitbenutzung) liegen Seite an Seite. Im Anflug können wir schon die Tribünen fürs Air Race sehen und die im Uhrzeigersinn angeordneten sechs (!) Graspisten des Militärplatzes.

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In LOAN gelandet wird deutlich, dass hier eine Diamond Aircraft Niederlassung ist – entsprechende Maschinen auf dem Vorfeld, ein Katana Café im Terminal und auch ein großer Diamond Pilot Shop. Stefanie von der Diamond Belegschaft ist toll, sie fährt uns zum Mietwagen. Spannende Unterhaltung, und mal sehen, ob wir als ÖSC dort demnächst mal einkaufen…! Auf jeden Fall ist die Idee geboren, einen Clubausflug nach LOAN zu machen und ein paar DA40 zu testen 😉


Nach dem Air Race und vor dem Rückflug wird getankt. Vor uns ein Schwarm von Kunstflugmaschinen, die ebenfalls gerade nachtanken und dann gemeinsam davonsausen!

 

 

 

Wir sind im Anflug auf Salzburg, die Pistenbeleuchtung ist an (wie schön) und ein Marshaller Car bringt uns zum Abstellplatz. Was für ein toller Flug und was für eine super Maschine, ganz zu schweigen natürlich vom souveränen Piloten ;-). Danke Tom fürs Mitnehmen und den großen Spaß. Und (Insider): den Yeti <3. I owe you one!