„G-Kräfte machen süchtig“

Mathias Dolderer im Interview „Red Bull Air Face“ auf redbull.com:

„g­Kräfte machen süchtig. Der Körper braucht sie irgend­ wann. Wenn es dir mal nicht gutgeht, hockst du dich in den Flieger, ziehst ein paar g, und alles passt wieder.“

Matthias Dolderer (GER)

Matthias Dolderer im Cockpit bei einem Manöver an der 12g-Grenze.

Takeoff A400

Krawall über meinem Hausdach! Der A400 der Deutschen Bundeswehr war zu Besuch in Salzburg (3. + 7.9.). Zum Abflug hat er sich das „beste“ Wetter ausgesucht, insofern blieb mir nur der Blick in die Panomax Webcam. Mit FEW003 und BKN006 war von ihm nicht mal ein Schatten zu sehen.

a400

Hier noch mehr Fotos bei den Salzburger Nachrichten.

 

Cruising Berchtesgaden

Jahrhundertsommer, immer noch so heiß, ein paar Tuffwölkchen am Himmel. Ja gut, Towering Cumulus sind angesagt, ich sehe sie auch schon am Horizont quellen, aber heute, endlich, werden Rudi und ich zum ersten Mal zusammen fliegen. GAFOR springt auf orange, also ändern wir die Route nochmal ein bisschen, aus Zell wird St. Johann, und schon rollen wir mit einem gut gelaunten Tower zum Start.

Der Maschine gefällt die Hitze, sie schnurrt und stellt alle Instrumente brav auf Grün. Wir fliegen nach Norden Richtung Chiemsee, erster Sightseeing „Stop“ mit all den kleinen Segelbooten da unten.

Auf Flightradar24 schaue ich nach Verkehr, hier ist oft viel los und die App leistet über dem See ganze Arbeit. Zwei Maschinen kommen links aus dem Tal, kreuzen unter uns, no Factor.

 

Vor uns jetzt der Inn, wir folgen ihm nach links und überfliegen Kufstein, eine kurze Graspiste zwischen den Bergen. Traumhafte Kulisse, eine Bilderbuchseite nach der anderen. Vor lauter Begeisterung vergessen wir abzubiegen, also doch bis Wörgl und dann erste Meldung bei Ellmau. Piste 31 ist in Betrieb, wir müssen also erst mal in die Platzrunde.

In St. Johann herrscht Hochbetrieb, aus irgendeinem Grund sind plötzlich fünf Maschinen im Anflug und zwei im Abflug (wartend). Wir sind Nummer 3 und sollen früh in den Queranflug eindrehen. Zwei Pilatus PC12 sausen auf St. Johann zu, ich muss nach dem Aufsetzen schnell wenden und von der Piste verschwinden. Das gelingt, so dass sogar noch eine der zwei wartenden Maschinen starten kann.

 

Die PC12s kennen sich gar nicht, reiner Zufall, dass die Maschinen aus Österreich und der Ile of Man zeitgleich eintreffen. Wir beobachten eine fantastische Landung. Einer der Piloten erzählt mir später, dass ihm auch eine 550m Piste reiche – je nach Gewicht. Sie laden Touristen und Gepäck aus und trinken einen Kaffee.

Das machen wir auch. Die Piste ruht still wie der See, kein einziger Verkehr mehr. Versteh einer die Welt. Als wir später unsere Maschine fertig machen, rollen auch die PC12s schon wieder zum Start, sie winken uns fröhlich aus dem Cockpit. Eine von ihnen steht am Holding Point, da holt sie der Tower zurück, die Passagiere hätten was vergessen…

Also taxelt sie die Piste hinunter. Wir rollen zum Start, hinter uns ein eigelbes Ultralight, danach nimmt wieder die PC12 mit den vergesslichen Passagieren Aufstellung. Als wir schon in der Luft sind, hören wir die PC12 zum Ultralight funken, es möge ihnen bitte nicht so viele Wirbelschleppen bescheren. Sehr gelacht. Wir verlassen die Frequenz und hoffen, dass die schnelle Pilatus nicht gleich über uns hinwegbraust.

Mit den Bergspitzen Aug in Aug, Richtung Lofer und Bad Reichenhall. Rudi zeigt mir den Untersberg von oben, seltene Ansicht! Dann kurven wir im Berchtesgadener Tal herum. Rudi kennt jeden Bergzacken und gefühlt auch jedes Haus: Geschwister, Verwandte, Bekannte, Arbeitsplatz, Schule, Skilifte, Schanze, Bobbahn…

 

Unseren Plan, den Königssee zu überfliegen, vereiteln dann doch schlussendlich die Wolken. Somit bauen wir Höhe ab, fliegen am Untersberg entlang nach Grödig und dann im Abendlicht straight in auf die 33. Sehr schöne Landung von Rudi! Sehr schöner Flug! Traumhafte Landschaft! Wir beschließen beim Landebier: das machen wir bald wieder.

Ein wenig Botswana in den Alpen

Heute sattelten Rolf und ich unsere Katana für eine Stippvisite unseres „Haus- und Hof-Flughafens“ St. Johann in Tirol (LOIJ). Die Hitzewelle macht auch vor Salzburg nicht halt, und wir flogen schon am frühen Morgen durch Dunst und unter Cumuli, mit stündlich steigenden Temperaturen.

Wir starteten Richtung Deutschland, da die GAFOR Routen in den Bergen noch rot waren, und kurvten ab Höhe Chiemsee durch die Täler nach St. Johann. Der telefonisch gemeldete Crosswind mit 10 Knoten war dort schon gänzlich eingeschlafen, trotzdem ungewöhnlicherweise Piste 13, was für uns aber ideal passte. Andere Luftverkehrsteilnehmer verwechselten Piste 13 und 31, was für kurzzeitige Verwirrung sorgte, aber wir kamen ungestört zum Touchdown.

Am Boden wartete Kajsa, mit der ich neulich noch in Botswana herumflog 🙂 JUHU! Sie und ihre Familie machen Urlaub in den Bergen, so gelang uns ein kleines Revival Treffen! Lstiges Gefühl, in dem kleinen Alpendörfchen St. Johann über unsere Flugerlebnisse in Afrika zu plaudern. Wonderful. Hoffentlich bald wieder, liebe Kajsa!!!

kajsa-petra-loij

Dann war schon wieder Abflug, ein kleiner Hüpfer nach Zell am See, wo inzwischen die verlängerte Piste in Betrieb ist. Wir parkten auf frisch gemähtem, duftenden Gras, der Traktor polterte noch vor uns vorbei. Kurz bezahlt, dann gleich wieder an den Start und über den See – zuhause wartete der Nächste auf die Maschine.

Auf dem Heimflug noch ein bisschen Gegenverkehr, dann durch Pass Lueg straight in auf die RWY 33. Herrlicher kleiner Ausflug mit – wie immer – great teamwork an Bord mit Rolf. Merci!