Feiertag

Neulich Feiertag, doch unbarmherzig schrillt der Wecker. Erster Blick in den Himmel: blau. Zweiter Blick aufs METAR: grau. Über der Piste liegen noch „frozen patches of fog“, da will man nicht starten – und wir dürfen es auch gar nicht.

Verbringe also den Vormittag mit einem Auge auf dem METAR und dem anderen auf der Flughafen Webcam. Mittags ziehen wir endlich die Maschine aus dem Hangar. Der Tower hat mich garantiert bemerkt, trage ich doch meine neue Leuchtbojen-Weste. Endlich ganz nach Vorschrift auf dem Vorfeld unterwegs!

In der Ebene noch Nebel. Also ab in die Berge: Hausstrecke nach St. Johann. Fantastisches Wetter, stahlblauer Himmel, null Wind. Tower St. Johann hört uns schon weit vor Fieberbrunn, das muss auch am guten Wetter liegen. Während wir gemütlich einschweben, startet vor uns noch eine Maschine. Rüber über die Hochspannungsleitung, den Zaun, dann setze ich seelenruhig auf. Hinter uns meldet sich schon der nächste Flieger, schneller Backtrack und übers Gras zum Abstellplatz.

Ganz hoher Besuch: die nagelneu renovierte T-34 Mentor der Flying Bulls parkt vor uns. Sigi Angerer himself, Pilotenlegende und Erfinder der Flying Bulls, hat die Maschine hergeflogen. Im Pilotenraum spreche ich mit dem Co-Piloten, einem Freund von Sigi. Wir fachsimpeln (also er; ich improvisiere). Sie fliegen den neuen Motor ein. Der Co möchte auch so eine tolle neonfarbene Jacke haben wie ich. Weitere Piloten sprechen mich an, ich bin die leuchtende Attraktion in dem kargen Raum. Haha.

Sigi Angerer sitzt draußen in der Sonne. Als wir zurück zum Flugzeug gehen, schüttele ich ihm die Hand und erinnere ihn, dass wir vor zwei Jahren im Kino zufällig nebeneinander saßen, als Björn Thönicke in einer privaten Session seinen Flying Bulls Film uraufführte („Von der Faszination des Fliegens“, hier auf der Homepage). Wir unterhielten uns dort über meine Flugstunden, und er hatte mir Mut zugesprochen. Mit meinen damals ruinierten Nerven saugte ich das auf wie einen, sagen wir mal, Energydrink.

Flug nach Hause, kühne Rechtskurve nach dem Start, ein Holding über Bad Reichenhall. Am Flughafen „Status Bienenschwarm“ in Operation. Feiertag eben. Rolf möchte später nicht über seine Landung sprechen. Wir setzten exakt auf der Schwelle auf, soviel sei verraten.

Wir fahren noch zur Tankstelle und kaufen für mich Nutella. Damit ist der Tag vollends gelungen.

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