Air-to-Air

Man nehme einen Feiertag, ein Filmprojekt über die Flying Bulls, ein paar tolle Kollegen, vier Helikopter und fantastisches Herbstwetter: fertig ist die Planung für Air-to-Air Aufnahmen!

Ich habe die Spezialaufgabe, auf der Pole Position im Helikopter (nämlich vorne links) Platz zu nehmen und Traffic zu melden. Es ist anzunehmen, dass an einem sonnigen Tag doch nicht alle in der Kirche sitzen, sondern den ein oder anderen Sightseeing Flug über die Salzburger Seen angetreten haben.

Wir filmen Helikopter mit Helikoptern, fliegen also unter anderem die OE-XDM Formation (OE-XDM der führende Helikopter, verfolgt vom filmenden Helikopter). Außer mit Salzburg Tower wird – auf zweiter Frequenz – zwischen den Helikoptern gefunkt. Stefan hinter mir gibt die Manöver vor und steuert unsere Shotover Kamera, Pilot Christian funkt diese Kommandos an Pilot Blacky, Georg hält im dortigen Heli Ausschau und koordiniert.

„Rechts. Mehr rechts. Noch mehr rechts. Jetzt links. So bleiben. Reduzieren. Wir gehen jetzt auf 6 Uhr. Bitte über den Teich. Über den Teich. Kruzifix, über den Teich! Perfekt. Unter uns durchfliegen und anzählen, 5, 4, 3, 2, 1. Sehr schön. Wo ist er denn jetzt? Bitte vor uns kreuzen. Links. Äh Quatsch, rechts. Bitte steigen. Wir gehen auf 3 Uhr. Wir haben eine Hornisse an Bord.“

WAS? Im fliegenden Helikopter fliegt auch eine Hornisse, wir sollen uns nicht aufregen, sagt Stefan. Die Hornisse kommt zu mir, möchte wohl ein wenig rausschauen, dümpelt schläfrig am Fenster in meinem Fußraum herum. Kurz überlege ich, ob ich sie bei ihrer kurzen Zwischenlandung zertrete, aber aus Angst zu verfehlen und dann eine wildgewordene Tarantel managen zu müssen, lasse ich es sein.

Schaue statt dessen wieder nach Traffic, die Piloten sind mit ihren Manövern beschäftigt, taxieren ihren Abstand zueinander, den Abstand zu den Bergen. Wir operieren mitten in der klassischen Bilderbuchstrecke für einen Aus-Flug. Doch der Luftraum ist frei. Ich fotografiere und staune.

Wie unterschiedlich Helikopter zu Flächenflugzeugen sind. Wir kratzen Felswände hoch, stehen über dem See, kippen ab über Bergkanten. Wanderer, die den Gipfel erklommen haben, starren in ihren Funktionsjacken nach oben, wir schweben über ihren Köpfen.

Drei Flüge mit je zwei Helis. Die Kameramaschine soll auch gefilmt werden, somit rüsten wir einen zweiten Heli ebenfalls mit Kamera aus. Die Aktion über dem Teich muss dreimal wiederholt werden, wir haben den Bewohnern am Mondsee ein schönes Wollknäuel in unsere Skydemon Navigationssoftware gemalt. Es sind wahnsinnig tolle Aufnahmen geworden, so sah es jedenfalls am Bildschirm aus. Für die Fachleute: die vier Helikopter waren die Bell 47, EC 350 Écureuil, BO 105 und der Eurocopter EC135. Danke Georg, Christian, Blacky, Stefan!

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