Nose down: Sturzflug!

Heute stramme Windhose, Böen bis 19 Knoten. Im Gegensatz zu gestern, wo ich gekniffen habe, ist heute ein Fluglehrer dabei. Also an Bord. Ich hab‘ Pläne!

Salzburg Flughafen am Brückentag – ein Bienenschwarm. Sollen von Delta starten! Ready for departure, doch Tower bittet um short Backtrack. Hinter uns wartet eine Maschine, soll vorbei und starten, weil schneller. Ich rolle also „falsch herum“ auf die Piste, wende und warte. Denke an Absturzvideo von neulich: Startfreigabe erfolgt, als Maschine vor uns über der Schwelle aufsteigt. Jetzt dankbar für Wind: schiebt nicht nur Flugzeug, sondern auch Wirbelschleppen zur Seite.

Ziel Kirchheim LOLK, 743m Piste, erst im Final entdeckt. Runway liegt längs eines Hügels, schweben plötzlich im Lee, fallen Richtung Wiese. Gebe Gas (immerhin reflexartig), vor uns zwei Häuser direkt im Anflug, ziehe Maschine über das Dach. Wie kann man dort wohnen? Böen wirbeln, alles recht unkontrolliert, hantiere mit allen Rudern. Fluglehrer hilft. Endlich setzt Maschine auf, jetzt schnell, wenig Piste übrig für den Start. Versuchen das drei Mal, dann Abbruch, zu viel Risiko.

Plausch im Tower, 3 Segelflieger landen, teils Harakiri, teils souverän. Wir verlassen Kirchheim. Verkehr von links, der sich nicht meldet. Weichen aus mit Parabelflug ohne Parabel, wollten eh auf 5.000 Fuß, melde Airworks bei Wien Info.

Hab Umkehrkurve beim Fluglehrer bestellt, der Angstschweiß rinnt. „Your controls“, ich lasse alles los, bereit für die Ohnmacht. Fuel pump on, carburator heat on. Fluglehrer drückt Maschine nach unten, Vollgas, wir brauchen Fahrt. 100 Knoten, dann Nase hoch, mit 60 Knoten steil in den Himmel. Ruder nach links (wovor wir IMMER gewarnt wurden). Wir kippen über den Flügel ab!

Fühlt sich an wie im Traum: Stille, in Zeitlupe dreht sich die Welt. Maschine nimmt Kurs auf den Kobernaußer Wald unter uns. Es geht abwärts, Speed is a hell lot of rising! Abfangen! 2 G drücken auf die Konstruktion und auf mich. Und… Fluglage normalisiert.

Gleich nochmal. Ich lebe schließlich noch!

Ich wollte es so: nun muss ich selbst das Manöver fliegen. Nose down – Fahrt 100 – Hochziehen – Vollgas – Linkes Querruder – Kippen in Zeitlupe – Gas raus – Maschine wird schnell. Abfangen wirkt leicht, doch dann saugt sich die Maschine Richtung Boden wie ein Magnet. Kraft und klarer Kopf, wir haben Luft – und back to 80 Knoten. Yeeeha. Cool!

Naiv einen ruhigen Rückflug erwartet, doch Fluglehrer fragt: „Mogst amol an Sturzflug mochn?“. Angst. Na klar! Schon sind wir fast im Stall, Speed maximal abgebaut: NOSE DOWN!

Ich starre auf Baumwipfel.

Alles so grün, denke ich noch. Maschine schießt abwärts. Propeller windmillt wie von Sinnen. Abfangbogen ist laaaaaaaang. 1.000 Fuß verloren, aber Nerven behalten. Das macht tierisch Spaß! Mit einer Kunstflugmaschine mal richtig durch die Luft wirbeln? Ich hab wohl ein neues Ziel…

 

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